Gold oder Tagesgeld? Was dein Geld in 20 Jahren wirklich wert ist
Im Jahr 2000 hättest du mit 10.000 Euro rund 35 Unzen Gold kaufen können. Eine Unze kostete damals etwa 285 Euro. Heute liegt sie bei über 2.700 Euro. Die 35 Unzen wären rund 94.000 Euro wert.
Das gleiche Geld auf dem Tagesgeldkonto? Vielleicht 13.000 bis 14.000 Euro, wenn du wirklich jedes Jahr den besten Zins mitgenommen hättest. Nominal ein Plus. Real, nach Inflation, ein Minus.
Das muss man erstmal sacken lassen.
Gold: +1.201 % (10.000 € → ca. 94.000 €)
Tagesgeld: ca. +31 % nominal, aber Kaufkraftverlust durch Inflation
Lebensversicherung: Garantiezins von 4 % (2000) auf 0,25 % (2022) gefallen
Was mit dem Tagesgeld passiert ist
In den frühen 2000ern gab es noch ordentliche Zinsen. 3, manchmal 4 Prozent, wenn man aufgepasst hat. Dann kam 2008, die Finanzkrise, und die Zinsen waren weg. Für über ein Jahrzehnt.
Die Inflation der letzten 25 Jahre liegt kumuliert bei 60 bis 70 Prozent. Mit 13.000 Euro kaufst du heute weniger als mit 10.000 Euro im Jahr 2000. Tagesgeld hat also nicht nur wenig gebracht, es hat real Geld gekostet.
Lebensversicherung: ein schleichender Abstieg
Viele aus meiner Generation haben auf Lebensversicherungen gesetzt. Ich war über 20 Jahre im Finanzbereich, ich hab das jahrelang selbst so gesehen. 2000 lag der Garantiezins bei 4 Prozent. Das war vernünftig.
Dann ging es bergab:
- 2000: 4,00 %
- 2004: 2,75 %
- 2007: 2,25 %
- 2012: 1,75 %
- 2017: 0,90 %
- 2022: 0,25 %
Wer in den 90ern abgeschlossen hat, profitiert noch. Wer heute neu abschließt, bekommt nach Kosten oft nicht mal die eingezahlten Beiträge real zurück.
Warum ausgerechnet Gold?
Gold zahlt keine Zinsen, keine Dividende, schüttet nichts aus. Trotzdem hat es die meisten Anlageformen der letzten 25 Jahre geschlagen. Der Grund ist simpel: Kein Staat kann Gold drucken.
Wenn Zentralbanken Geld in die Märkte pumpen (nach 2008, dann nochmal massiv ab 2020), verliert das Geld an Kaufkraft. Gold nicht, weil die Menge begrenzt ist. Angebot und Nachfrage, mehr steckt nicht dahinter.
Was heißt das jetzt?
Nicht, dass du alles in Gold stecken sollst. Das wäre genauso falsch wie alles auf dem Tagesgeld liegen zu lassen.
Was ich in über 20 Jahren gelernt habe: Die richtige Mischung hängt von deiner Situation ab. Alter, Liquidität, Zeithorizont. Das klärt man nicht mit einer Tabelle, sondern in einem Gespräch.
Ich hab keinen eigenen Bestand, ich verkaufe dir nichts. Ich vermittle an den Anbieter, der für dich am besten passt.
Der Fehler, den ich am häufigsten sehe
Entweder alles in Tagesgeld und Versicherung, oder jemand hört von den Goldrenditen und will sofort komplett umschichten. Beides geht meistens schief.
Wenn du mal sehen willst, was Gold über verschiedene Zeiträume tatsächlich gebracht hat, schau dir den Edelmetall-Vergleich an. Und falls dich interessiert, warum Edelmetalle als Baustein funktionieren: Warum Edelmetalle? erklärt das ohne Verkaufsshow.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
10.000 Euro in Gold seit 2000: rund 94.000 Euro.
10.000 Euro Tagesgeld: nominal vielleicht 13.000 Euro, real weniger als eingezahlt.
Lebensversicherung mit 4 % Garantiezins: gibt es nicht mehr.
Ich schreib das nicht, um Panik zu machen. Ich schreib es, weil ich finde, dass du es wissen solltest. Wenn du deine Strategie mal durchsprechen willst, meld dich. Kein Verkaufsgespräch.
Hinweis: Alle genannten Renditen sind historische Werte und keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Goldpreisentwicklungen können stark schwanken. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Alfred Lohmann ist unabhängiger Edelmetallvermittler, kein zugelassener Anlageberater.
